Unser lieber Freund, der Michel hat kürzlich unter „neuer Flagge“ eine digitale EP veröffentlicht! „Einfach rummÄhren und schauen was bei rauskommt“, so beschreibt er sein Tun. Es geht um Ostpunk, fuckultativen Punk und die Premiumklasse in der „Do it yourself“ – Liga!
Bei meiner Recherche hab ich etwas großartiges entdeckt: Die allererste Bandvorstellung, die mein Kollege, der Markus auf seiner damals neuen Webseite veröffentlicht hat, war der Artikel zu Crying Soul! So hieß der Vorgänger von Das GemÄhre. Irgendwann klang dieser Künstlername in Michels Ohren aber einfach zu „Motown“ und wurde kurzerhand in „Das GemÄhre“ geändert. „Das passt viel besser zu dem was ich mache“, sagt er mir. Im November 2025 hat Michel die EP „ERROR“ mit 5 Songs veröffentlicht.
Die Auswahl der Songtitel lässt auch den „wahrnehmungsbefreitesten“ Zeitgenossen keinen Zweifel an der Botschaft! Das hier ist ein deutlicher Protest gegen den Rechtsruck hier im Lande; besonders im Osten:
Lilo: Welcher Song hat die stärkste Bedeutung für dich? Michel: Nazis töten. Bei der Recherche zu den Todesopfern rechtsextremer Gewalt is mir schlecht geworden. Konnte nicht fassen wie viele das sind.
PLAYLIST:
1. FCKNZS – 2. Dummer Ossi – 3. Gerechtigkeit – 4. Hetzer – 5. Nazis töten
Lilo: Du bist ja in Halle aufgewachsen. Wie kam der Punkrock zu dir? Michel: Hab mit 17 meine erste E-Gitarre selbst zusammen geschustert, aus Sperrholz! Und war sogar bespielbar; also fürn Punk hats gereicht. Hab dann zufällig nen Haufen Punks aus der Region Weissenfels, Nebra, Halle kennengelernt. Durch die Meute bin ich endgültig beim Punk gelandet und geblieben.
Lilo: Ich habe Fragen. Wie baut man ne E-Git?? Michel: Mal losmachen nach Halle in Elektronikladen, Tonabnehmer kaufen, Elektronikkleinkram und die Schaltung zusammenlöten. Verzerrer selbst gebaut und aus nem alten Schuhschrank nen Verstärker. Mir hatten ja nüscht. So hats 1987 angefangen.
Lilo: Haha – jetzt kommen wir doch zum Lebenslauf, den ich nicht schreiben wollte! 😉 Michel: 1992 von zu Hause abgehauen, nach Weissenfels. Dann Umzug nach Thüringen auf nen alten Vierseithof. Ohne Strom, kein fließend Wasser und Holzofen. War ne geile Zeit. Zum Großteil Eigenversorgung. Da merkste erstmal richtig, was wichtig im Leben ist. Kein Konsumrausch, kein Stress, einfach nur leben.
Lilo: Hat David Hasselhoff dir dann ein anständiges Instrument übern Zaun geworfen? Michel: Ja! Die erste richtige Gitarre war ne „Jolana“, Verstärker von „Vermona“ und ne Box aus der DDR. So haben wir, die „Pinkelnden Busfahrer“ angefangen. Ich glaub des war so um die Wendezeit, weiß nicht mehr genau. Auf jeden Fall ging mir unser FDJ-Sekretär noch auf den Sack wegen der Texte. Die waren wohl nicht „Staatskonform“. Unser Drummer (Grüsse an Marko Löwe) hat noch orginal auf Pioniertrommeln gespielt. Des erste Konzi war in Nemsdorf in der „Sonne“. Gerammelt voll, pogende Punks zu ner miesen Punkmucke. 3 Akkorde und nen Haufen Alk. Geil wars.
Danach gings weiter bis 1998 bei T.R. (Totaler Rausschmiss). Erst als Gitarrist, später als Trommler. Hab auch ganz verschiedene Projekte begleitet, als Bassist in einer Reggae-Band, Drummer bei „Lost in Carpathia“(Death-Metal), in Bayern als Drummer in einer Rock-Cover-Band. Seit 2018 mach ich einen auf „ALLEINUNTERHALTER“.
Michel kann also praktisch jedes Instrument spielen, dass es für eine Punkband braucht. LiLo: Kannst du uns beschreiben, wie man Das GemÄhre technisch umsetzt? Michel: Ich spiel meine Musik im Homestudio ein. Bass und Gitarre spiel ich selbst ein. Drums kommen aus nem Programm.
Gesang versuch ich auch, ist nich immer gut, aber des is Punk. Vielleicht findet sich ja mal ein Sänger oder ne Sängerin. Ich mische und mastere meine Songs selber. Ein stetiger Lernprozess, der mir Spaß macht. Mit jedem Lied wird es vom Sound her besser.

LiLo: Und wie entstehen deine Songs? Michel: Ich setz mich hin, schnapp ne Klampfe und MäHre so lange rum, bis was bei rauskommt. Wenn die Idee passt, spiel ich alles ein und schreib dann nen Text. Der kommt auch aussem Bauch heraus. Heutzutage muss ja alles perfekt sein (!?) Nöööööö! Nicht bei mir! Punkrock muss atmen, frei sein.
Meine Erfahrungen im Leben versuche ich in die Musik umzusetzen. Geld verdient man eh nicht damit. Bis jetzt hab ich mehr Kohle rein gesteckt, als ich raushole. Meine Musik und die Texte sind zum Nachdenken da. Fuckultativer Punkrock. Hauptsache handgemacht und mir gefällts. Des ist mir mehr Wert als jeder Euro. Weniger ist mehr.
Du hast Angst vor Überfremdung, du hast Angst vor Migration. Du hast Angst vor dem was fremd ist, dem Übel der Nation. Der kalte Schrei, das alte Gift, wir kennen es zu gut. Im Gleichschritt durch die Straßen, die Parolen machen Mut.
Die Stimmen bohren sich ins Hirn, sie brennen heiß, sie leuchten braun. Du taumelst durch den braunen Mist, bestimmst wer anders ist. Du willst formen, willst bestimmen, willst Menschen brennen sehen. Keine Zweifel, an dem was folgt, kannst dem Hass nicht widerstehen.
Die Nazis schreien “Fremde Flut“, an Ihren Händen klebt das Blut. Von Menschen, die hier kommen, behandelt wie Gefahrengut. Der Lügenchor schreit stark und laut, was wollen die denn hier, der Fluchtweg ins Sozialsystem, die Asylantengier.
Doch jede Maske fällt im Licht, und Hinterhältigkeit zerbricht,
die Menschenwürde antastbar, das ist der Politik auch klar.
Ich tret die Angst aus meinem Kopf, die Panik macht euch klein. Denn ich bin stolz, das glaubt ihr nicht, ein Antifa zu sein.
Wir von Freunde des Punk sagen DANKE, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. RESPEKT, dass du den Mut hast, mit deinen Songs und Texten so klar Position GEGEN RECHTS zu beziehen! An die lieben Leute, die diesen Artikel gelesen und in die Musik reingehört haben: Ihr könnt Michel unterstützen und Solidarität zeigen, indem ihr LIKED und TEILT! Dafür machen wir das hier.
Infos & Bilder: Das GemÄhre
Unser lieber Freund, der Michel hat kürzlich unter „neuer Flagge“ eine digitale EP veröffentlicht! „Einfach rummÄhren und schauen was bei rauskommt“, so beschreibt er sein Tun. Es geht um Ostpunk, fuckultativen Punk und die Premiumklasse in der „Do it yourself“ – Liga!
Bei meiner Recherche hab ich etwas großartiges entdeckt: Die allererste Bandvorstellung, die mein Kollege, der Markus auf seiner damals neuen Webseite veröffentlicht hat, war der Artikel zu Crying Soul! So hieß der Vorgänger von Das GemÄhre. Irgendwann klang dieser Künstlername in Michels Ohren aber einfach zu „Motown“ und wurde kurzerhand in „Das GemÄhre“ geändert. „Das passt viel besser zu dem was ich mache“, sagt er mir. Im November 2025 hat Michel die EP „ERROR“ mit 5 Songs veröffentlicht.
Die Auswahl der Songtitel lässt auch den „wahrnehmungsbefreitesten“ Zeitgenossen keinen Zweifel an der Botschaft! Das hier ist ein deutlicher Protest gegen den Rechtsruck hier im Lande; besonders im Osten:
Lilo: Welcher Song hat die stärkste Bedeutung für dich? Michel: Nazis töten. Bei der Recherche zu den Todesopfern rechtsextremer Gewalt is mir schlecht geworden. Konnte nicht fassen wie viele das sind.
PLAYLIST:
1. FCKNZS – 2. Dummer Ossi – 3. Gerechtigkeit – 4. Hetzer – 5. Nazis töten
Lilo: Du bist ja in Halle aufgewachsen. Wie kam der Punkrock zu dir? Michel: Hab mit 17 meine erste E-Gitarre selbst zusammen geschustert, aus Sperrholz! Und war sogar bespielbar; also fürn Punk hats gereicht. Hab dann zufällig nen Haufen Punks aus der Region Weissenfels, Nebra, Halle kennengelernt. Durch die Meute bin ich endgültig beim Punk gelandet und geblieben.
Lilo: Ich habe Fragen. Wie baut man ne E-Git?? Michel: Mal losmachen nach Halle in Elektronikladen, Tonabnehmer kaufen, Elektronikkleinkram und die Schaltung zusammenlöten. Verzerrer selbst gebaut und aus nem alten Schuhschrank nen Verstärker. Mir hatten ja nüscht. So hats 1987 angefangen.
Lilo: Haha – jetzt kommen wir doch zum Lebenslauf, den ich nicht schreiben wollte! 😉 Michel: 1992 von zu Hause abgehauen, nach Weissenfels. Dann Umzug nach Thüringen auf nen alten Vierseithof. Ohne Strom, kein fließend Wasser und Holzofen. War ne geile Zeit. Zum Großteil Eigenversorgung. Da merkste erstmal richtig, was wichtig im Leben ist. Kein Konsumrausch, kein Stress, einfach nur leben.
Lilo: Hat David Hasselhoff dir dann ein anständiges Instrument übern Zaun geworfen? Michel: Ja! Die erste richtige Gitarre war ne „Jolana“, Verstärker von „Vermona“ und ne Box aus der DDR. So haben wir, die „Pinkelnden Busfahrer“ angefangen. Ich glaub des war so um die Wendezeit, weiß nicht mehr genau. Auf jeden Fall ging mir unser FDJ-Sekretär noch auf den Sack wegen der Texte. Die waren wohl nicht „Staatskonform“. Unser Drummer (Grüsse an Marko Löwe) hat noch orginal auf Pioniertrommeln gespielt. Des erste Konzi war in Nemsdorf in der „Sonne“. Gerammelt voll, pogende Punks zu ner miesen Punkmucke. 3 Akkorde und nen Haufen Alk. Geil wars.
Danach gings weiter bis 1998 bei T.R. (Totaler Rausschmiss). Erst als Gitarrist, später als Trommler. Hab auch ganz verschiedene Projekte begleitet, als Bassist in einer Reggae-Band, Drummer bei „Lost in Carpathia“(Death-Metal), in Bayern als Drummer in einer Rock-Cover-Band. Seit 2018 mach ich einen auf „ALLEINUNTERHALTER“.
Michel kann also praktisch jedes Instrument spielen, dass es für eine Punkband braucht. LiLo: Kannst du uns beschreiben, wie man Das GemÄhre technisch umsetzt? Michel: Ich spiel meine Musik im Homestudio ein. Bass und Gitarre spiel ich selbst ein. Drums kommen aus nem Programm.
Gesang versuch ich auch, ist nich immer gut, aber des is Punk. Vielleicht findet sich ja mal ein Sänger oder ne Sängerin. Ich mische und mastere meine Songs selber. Ein stetiger Lernprozess, der mir Spaß macht. Mit jedem Lied wird es vom Sound her besser.

LiLo: Und wie entstehen deine Songs? Michel: Ich setz mich hin, schnapp ne Klampfe und MäHre so lange rum, bis was bei rauskommt. Wenn die Idee passt, spiel ich alles ein und schreib dann nen Text. Der kommt auch aussem Bauch heraus. Heutzutage muss ja alles perfekt sein (!?) Nöööööö! Nicht bei mir! Punkrock muss atmen, frei sein.
Meine Erfahrungen im Leben versuche ich in die Musik umzusetzen. Geld verdient man eh nicht damit. Bis jetzt hab ich mehr Kohle rein gesteckt, als ich raushole. Meine Musik und die Texte sind zum Nachdenken da. Fuckultativer Punkrock. Hauptsache handgemacht und mir gefällts. Des ist mir mehr Wert als jeder Euro. Weniger ist mehr.
Du hast Angst vor Überfremdung, du hast Angst vor Migration. Du hast Angst vor dem was fremd ist, dem Übel der Nation. Der kalte Schrei, das alte Gift, wir kennen es zu gut. Im Gleichschritt durch die Straßen, die Parolen machen Mut.
Die Stimmen bohren sich ins Hirn, sie brennen heiß, sie leuchten braun. Du taumelst durch den braunen Mist, bestimmst wer anders ist. Du willst formen, willst bestimmen, willst Menschen brennen sehen. Keine Zweifel, an dem was folgt, kannst dem Hass nicht widerstehen.
Die Nazis schreien “Fremde Flut“, an Ihren Händen klebt das Blut. Von Menschen, die hier kommen, behandelt wie Gefahrengut. Der Lügenchor schreit stark und laut, was wollen die denn hier, der Fluchtweg ins Sozialsystem, die Asylantengier.
Doch jede Maske fällt im Licht, und Hinterhältigkeit zerbricht,
die Menschenwürde antastbar, das ist der Politik auch klar.
Ich tret die Angst aus meinem Kopf, die Panik macht euch klein. Denn ich bin stolz, das glaubt ihr nicht, ein Antifa zu sein.
Wir von Freunde des Punk sagen DANKE, dass du uns deine Geschichte erzählt hast. RESPEKT, dass du den Mut hast, mit deinen Songs und Texten so klar Position GEGEN RECHTS zu beziehen! An die lieben Leute, die diesen Artikel gelesen und in die Musik reingehört haben: Ihr könnt Michel unterstützen und Solidarität zeigen, indem ihr LIKED und TEILT! Dafür machen wir das hier.
Infos & Bilder: Das GemÄhre